Warum ist die Ringelblume die Blume der Toten?
Das Cempasúchil — aus dem Nahuatl cempoalxóchitl, "Blume mit zwanzig Blütenblättern" — ist die ikonischste Blume des Día de Muertos. Ihre intensive orangefarbene Farbe und ihr durchdringender Duft haben eine sehr konkrete Funktion in der Tradition: die Seelen der Verstorbenen am 1. und 2. November zurück in die Welt der Lebenden zu führen. Familien legen Blütenblatt-Pfade von der Straße bis zum Altar, damit die Seele sich nicht verirrt.
Es ist nicht nur Dekoration. Es ist ein GPS aus Blumen.
Welche anderen Blumen erscheinen beim Día de Muertos?
Die Ringelblume dominiert, aber sie ist nicht allein. Hahnenkamm (Celosía) in Rot und Lila fügt Kontrast hinzu und symbolisiert Trauer. Weiße Chrysanthemen stehen für Reinheit und Trauer. Rosen erscheinen auf manchen Altären, besonders in städtischen Gebieten. Schleierkraut (Gypsophila) wird verwendet, um Altararrangements zu umranden und Textur zu verleihen.
Jede Blume hat ihren Platz: Ringelblumen auf dem Boden und in den Bögen, Hahnenkamm an den Rändern, Chrysanthemen in der Mitte des Altars neben dem Foto des Verstorbenen.
Wie wird ein Altar de Muertos aufgebaut?
Der Altar hat Ebenen (in der Regel zwei oder drei), die Himmel, Erde und Unterwelt darstellen. Blumen bedecken jede Ebene: Der obere Bogen ist aus Ringelblumen und Hahnenkamm geflochten, die Stufen sind mit Blütenblättern gesäumt und der Altar selbst konzentriert die aufwendigsten Blumenarrangements. Es gibt keinen Día de Muertos-Altar ohne Blumen — sie sind strukturell Teil der Tradition, keine optionale Dekoration.
Día de Muertos jenseits von Mexiko-Stadt
Oaxaca, Michoacán (besonders Pátzcuaro und Janitzio) und Puebla haben die intensivsten und authentischsten Feiern des Landes. In Janitzio fahren Fischer am Abend des 1. November mit mit Ringelblumen geschmückten Kanus auf den Pátzcuaro-See — ein Anblick, der für immer im Gedächtnis bleibt.
Eine Tatsache, die Sie noch nicht wussten
Das Cempasúchil hat seinen Ursprung in Mesoamerika, wird heute aber hauptsächlich in den Bundesstaaten Puebla und Estado de México angebaut. Jedes Jahr färben sich die Felder Wochen vor dem 2. November orange. Mexiko produziert rund 90 Millionen Cempasúchil-Pflanzen allein für dieses Fest. Es ist das größte Blumenereignis im mexikanischen Kalender — größer als Valentinstag.
